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Monitorkalibrierung

Wozu das ganze?

Die meisten Computermonitore sind zu dunkel eingestellt, eher selten zu hell. Dies führt dazu, daß in den Bildern die Details entweder in den hellen Tönen (bei zu heller Einstellung) bzw. in den dunklen Tönen (bei zu dunkler Einstellung) verlorengehen. Um zu einem möglichst einheitlichen Erscheinen der Bilder zu kommen, nimmt man sich einen Graukeil als Referenz und stimmt Helligkeit und Kontrast auf diesen ab. Die Helligkeit der Mitteltöne wird mit der sogenannten Gammakorrektur geregelt.

Wird der Monitor nicht kalibriert, erhält man keine optimalen Ergebnisse - auch nicht bei der eigenen Bildverarbeitung. Eine zu helle bzw. zu dunkle Einstellung kann dann sogar zur Veränderung der Bildaussage führen.

Eine professionelle Monitorkalibrierung erfordert aufwendige (und kostspielige) Meßgeräte, deren Einsatz und Genauigkeit für den privaten Gebraucht übertrieben wäre. Im folgenden wird ein einfaches Verfahren beschrieben, mit dem Sie Ihren Monitor mit geringem Aufwand zumindest in die Nähe einer Idealkonfiguration bringen können.

Schwarz- und Weißpunkt einstellen

 
                               

Stellen Sie den Helligkeitsregler des Monitors auf den kleinsten Wert und den Kontrastregler auf den höchsten Wert. Betrachten Sie nun den oben dargestellten Graukeil. Erhöhen Sie die Helligkeit des Monitors, bis Sie das zweitdunkelste Feld vom dunkelsten gerade eben noch unterscheiden können - jedoch nur, solange sie noch das zweithellste vom hellsten Feld unterscheiden können. Notfalls muß der Kontrast des Monitors ein wenig verringert werden. Der Schwarz- und Weißpunkt Ihres Monitors sollte nun einigermaßen vernünftig eingestellt sein.

Gammawert einstellen

Mit dem oben beschriebenen Verfahren ist sichergestellt, daß auf Ihrem Monitor Schwarz und Weiß korrekt dargestellt werden. Leider ist man damit meistens noch nicht fertig - in vielen Fällen werden die Mitteltöne noch zu dunkel dargestellt (warum das so ist, bleibt ein Geheimnis der Monitorhersteller). Jedenfalls kann man diesem Mißstand mit der sogenannten Gammakorrektur beikommen. Entweder bietet Ihr Monitor neuerer Bauart von sich aus eine Einstellmöglichkeit für den Gammawert, oder Ihrer Grafikkarte liegt ein entsprechendes Programm bei.

Gamma RGB Gamma R Gamma G Gamma B

Betrachten Sie zunächst nur das linke graue Bild. Der Hintergrund besteht aus einem Schachbrettmuster aus Schwarz und Weiß, was im Mittel ein 50%-Grau ergibt. Der Buchstabe T in diesem Feld ist ebenfalls als 50%-Grau angelegt (RGB-Werte 128/128/128 oder in Web-Schreibweise #808080). Gehen Sie nun soweit vom Monitor weg, bis Sie das Schachbrettmuster nicht mehr auflösen können (d.h. bis es als einheitlich gefärbte Fläche erscheint), oder kneifen Sie die Augen zusammen, so daß Sie etwas unscharf sehen. Da nun sowohl das "unscharfe" Schachbrettmuster als auch das "T" ein 50%-Grau darstellen, sollten Sie im Idealfall folgendes sehen:

Gamma korrekt

Das wird aber in den seltensten Fällen geschehen. Eventuell sehen Sie dieses:

Gamma zu hell

In diesem Fall ist Ihr Monitor zu hell eingestellt. Korrigieren Sie den Gammawert, bis Sie eine einheitlich graue Fläche sehen (die Werte für den Rot-, Grün- und Blaukanal sollten dabei "verbunden" sein"). Dieser Fall ist aber auch eher selten, auf den meisten Monitoren stellt sich das Bild wie folgt dar:

Gamma zu dunkel

Hier ist Ihr Monitor zu dunkel eingestellt, korrigieren Sie ebenfalls den verbundenen Gamma-Wert, bis Sie die einheitlich graue Fläche sehen. In manchen Fällen kommt eventuell noch ein Farbstich hinzu, etwa folgendermaßen:

Gamma mit Farbstich

In diesem Fall müssen Sie den Gamma-Wert für die einzelnen Kanäle (rot, grün, blau) separat einstellen. Benutzen Sie dazu die linken drei T-Felder in der oberen Reihe und verfahren Sie analog.

Wenn Sie diese Einstellungen durchgeführt haben, wird Ihnen Ihr Monitorbild zunächst vielleicht etwas blaß vorkommen. Aber keine Angst, es hat seine Richtigkeit!

 

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